http://vstapel.de/meldungen/1/5/politik-nein-danke/

Druckversion / Zur Bildschirmversion





Politik ... nein danke!



nun ... ist das Wahlverhalten der Deutschen und das Desinteresse am politischen Diskurs denn nicht auch eine Konsequenz aus der politischen Impotenz, der Lügen zum Zweck des Stimmenfangs und der Machtintrigen?

In den letzten 7 Jahren z.B. wurden wir alle mit mehr als einer Wahllüge regiert.
Zu erinnern ist da an die Aussage des heutigen Bundeskanzlers im Jahr 1998: "Ich habe es nicht verdient wiedergewählt zu werden, wenn ich es nicht schaffe, die Arbeitslosigkeit signifikant zu senken".
Nun ... bereits am 4. März 2001 hatte der Bundeskanzler "unter drei Millionen" als Ziel festgeschrieben und am 6. April 2001 wollte er noch "die Marke von unter 3,5 Millionen" erreichen. Am 16. November 2001 hingegen gestand er dann, dies nicht zu schaffen. Wir befinden uns heute im Mai 2005 und die Arbeitslosenzahlen liegen bei etwa 5 Millionen.

Ein weiteres Beispiel von vielen - Die Schuldenlüge!
Finanzminister Eichels Vision "Wir wollen unseren Kindern keine Schulden vererben und deshalb werden wir bis zum Jahr 2006 die Neuverschuldung auf Null drücken" hat Ihn angesichts der katastrophale Entwicklung der Staatsfinanzen wieder schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Selbst Unionsfraktionsvize Friedrich Merz sagte seinerzeit in "Der Welt" laut "Jeder darf diesen Minister jetzt ungestraft einen Lügner nennen".
Selbst in einer ARD Sendung mit Christiansen wurde von Eichel noch geäußert "Mit der Bundesregierung wird es eine solche Kehrtwende zurück in den Verschuldungsstaat nicht geben".
Die Realität lehrt uns leider etwas anderes. Schon kurze Zeit nach der Wahl 2002 musste sich unser aller Bundes-Buchhalter 67,7 Milliarden pumpen, das waren 41,3 Milliarden mehr, als ursprünglich im Haushalt vorgesehen war.

Sicher, "fairerweise" müßte man jetzt natürlich auch die 16-jährige Ära vor 1998 unter die Lupe nehmen und so sicher wie Kohl(e) schwarz ist, diese Liste, geprägt von Wahllügen, schwarzen Kassen usw. ist genauso lang.
Doch diese Schuldzuweisen sind einer Grundsatzdiskussion in Sachen "politisches Vertrauen" sicherlich nicht dienlich.

Das man die, die sich ernsthaft mit Politik auseinandersetzen, nur in Randgruppen findet, oder wie der Volksmund sagt "An fünf Fingern abzählen kann" ist zutreffend. Gleichermaßen richtig ist aber auch, das es sich dabei, im Verhältniss zu "GZSZ" und vergleichbarer Sendungen, um ein eher unpopuläres Thema handelt.
Der Schwachsinn, der heutzutage von der medialen Welt auf uns herabgelassen wird und allen suggeriert, das in dieser unserer Spassgesellschaft alles super ist und Geld vom Himmel regnet, ist gleichfalls für das politische Desinteresse verantwortlich zu machen. Wenn dann der Schleier dieses medialen Joints durch Mahnungen und Zahlungsbefehle entzaubert wird, ja dann muß der bis dahin verpöhnte Staat herhalten und alle sind sich plötzlich dessen bewußt, das wir uns ja schließlich in einem Sozialstaat befinden, der die Schulden letztendlich zu tragen, oder sogar zu erlassen hat.

Es ist keinesfalls ausschließlich ein Problem der Politik oder der Politiker. Vielmehr handelt es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem an dem wir alle Arbeiten müssen.
Es darf niemanden wundern, das bei einer Arbeitslosenzahl jenseits der 5 Millionen, gepaart mit der zur Zeit herrschenden politischen Krisenstimmung, bei vielen Gedanken aufkommen, die an die Zeit um 1933 erinnen.

Ich finde es im negativsten Sinne "faszinierend", wie "braungefärbte" desillusionierte Menschen heutzutage über die Straßen laufen, die Hände zum Hitlergruß erheben und selbst nicht wissen, wie dieser an die Macht gekommen ist.
Hier tuen sich Parallelen auf, wo mit den damals über 6 Mio Arbeitslosen und desillusionierten Menschen politisch gepielt wurde, die dann als Spielball der Politik von Hitler missbraucht wurden. Denn der Weg Hitlers an die Macht war völlig demokratisch, soll heißen, er wurde vom Volk gewählt. Das ist nun mal Fakt.

Parolen wie "Juden, Schwarze, Andersdenkende, Türken, Griechen, Ausländer überhaupt, Sie nehmen uns die Arbeit weg, zerstören unsere Kultur, die müssen weg, egal wie" machen mich krank.
Mir wird schlecht wenn ich soetwas höre und mir fehlen die Worte. Ich versuche es zu verstehen und mich mit der deutschen Historie und der damit verbundenen Verantwortung zu beschäftigen.
Genau in diesem Moment kommen dann wieder die Erinnerungen an die jüngsten Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hoch, wo DVU und NPD mit Ihrer "braunen" Propaganda in den Landtag einzogen.

Ich kann nur hoffen, das diejenigen, die an den entsprechenden (falschen) Stellen ihr Kreuz gemacht haben, Protestwähler waren.



Powered by Koobi:CMS 7.20 © dream4®