nun ... Anlass zum Meckern gibt es sicherlich genug. Es ist nunmal äußerst schwierig, zu einer solch komplexen Thematik allgemein Stellung zu beziehen und vielleicht sogar noch Alternativen aufzuzeigen.
Steuerrecht, Gesundheitswesen, Bildungswesen, Rentenpolitik usw. um nur einige zu nennen, geben genug Anlass zur Kritik. Hier aber einzeln auf diese Punkte einzugehen, würde den Rahmen sicherlich sprengen. Ich möchte mich hier jedoch nicht in den Reigen der "Nur Kritisierenden" einreihen. Vielleicht mal der Versuch einer Alternative, wenn es auch mehr und mehr zu einer Wunschvorstellung vieler wird.
Eine, der nach meiner Einschätzung größten Probleme aber Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Politik in allen Bereichen (Bund, Länder, Gemeinden) ist die Schaffung einer Vertrauensbasis zum Volk. Ist diese nicht vorhanden, hat das Diskutieren über Problemlösung in einzelnen Bereichen wenig Sinn. Wer macht sich schon im Detail einen Kopf über die politische Misere, wenn er/sie nicht daran Glauben kann, das eine Umsetzung auch nur im Ansatz denkbar ist.
Glaubhaftes Vermitteln politischer Ziele, ernsthafte Beschäftigung mit gesellschaftlichen Problemen und allem vorran eine eigene politische Meinung jedes einzelnen Politikers sind nach meiner Einschätzung die Grundvoraussetzung glaubhaften politischen Handelns.
Sind diese nicht gegeben, aufgrund von konkurierendem Machtanspruch, Korruption und Meinungsbildung der Politiker durch externe Gremien, Fachausschüsse, Hearings usw. wird sich an dem Bild, dass der Bürger von der Politik hat, auch nichts ändern.
Wäre diese Vertrauensbasis jedoch vorhanden, würde sich der Bürger sicherlich mehr in die Verantwortung nehmen lassen wenn es darum geht, Krisen zu bewältigen und inflationäre Misswirtschaft abzubauen.
Weitere Auswirkungen des Vertrauensverlustes der etablierten Parteien sind Entwicklungen, nach denen es fast die Hälfte der Deutschen künftig für möglich hält, etwa aus Protest gezielt eine Partei zu wählen, die normalerweise nicht in Frage käme. Viele ziehen grundsätzlich sogar eine protestmotivierte Wahlenthaltung in Erwägung.
Die jüngsten Erfolge rechter Parteien wie NPD in Sachsen oder DVU in Brandenburg, sind ein deutliches Indiz für diese Art des Wahlverhaltens.